Der nachfolgende Text kommt von Herzen und soll anderen Frauen einfach ein wenig Mut machen...
Es gibt leider immer noch ein Thema über das Frauen, oder auch generell die Gesellschaft, oft nur im Flüsterton spricht. Dieses Thema ist jedoch so natürlich wie die Geburt oder das Stillen an
sich. Ich spreche von Fehlgeburten.
Ich selbst, schwanger mit Baby Nummer 4, hatte 5 Fehlgeburten. Ich habe dies immer offen ausgesprochen und darüber geredet. Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ernähre mich gesund und treibe Sport. Alles in allem würde man es also einen gesunden Lebenswandel nennen. Warum diese Kinder nicht geboren werden durften weiß ich dennoch nicht und auch kein Arzt, keine Hebamme konnte mir die Gründe dafür nennen. Es ist wohl tatsächlich eine Entscheidung der Natur und liegt nicht in unseren Händen. Dennoch weiß ich noch wie schlecht ich mich jedes Mal gefühlt habe, wie weh es tat und das ich dachte ich schaffe es nicht mit diesem Schmerz zurecht zu kommen. Einer der schlimmsten Faktoren ist das Sprechen bzw. Nicht Sprechen über den Verlust. Gerade da ich schon 2 Kinder hatte, konnte niemand diesen Schmerz so richtig nachempfinden. " Sei froh das Du überhaupt zwei Kinder hast! Manchen Paaren wird selbst ein Kind verwehrt! " waren nur ein paar der Aussagen die mir entgegen schlugen.
In diesen Momenten tat es nur noch mehr weh, da das Gefühl nicht wirklich gehört zu werden, fast unerträglich greifbar schien. Natürlich hatte ich bereits zwei Kinder, natürlich ging es uns ansonsten gut und doch tat es so unbeschreiblich weh. Mit jedem positiven Testergebnis fing der Kopf an das neue Leben zu planen. Namen schossen einem durch den Kopf und ich fragte mich immer wem das Baby wohl ähnlicher sehen könnte?! Als es dann gehen musste, ging damit auch jedes mal ein Teil unserer Zukunft, unserer Pläne. Und auch ein Stück unserer Herzen. Es waren eben nicht nur Zellen, es waren unsere Kinder, Leben die nicht gelebt werden durften. Ich brauchte lange das zu akzeptieren und meine größte Stütze war dabei mein Mann, der immer zuhörte, meine Tränen trocknete und einfach da war wenn ich ihn brauchte. Das Zuhören ist etwas was ich mir von so vielen Menschen in meinem Umfeld gewünscht hätte. Was sich, so denke ich, auch viele andere Frauen wünschen aber vielleicht nicht einmal in Form ihres Mannes haben.
Wir sollten wirklich versuchen einander mehr zuzuhören. Frauen untereinander sollten Verständnis zeigen und keine Ablehnung bzw. Gleichgültigkeit. Ich denke gerade dann würden auch mehr Frauen über ihre Verluste sprechen können und merken " Ich bin nicht alleine mit meinem Schmerz ".
Ich für meinen Teil bin einfach so unendlich dankbar, dieses Wunder nach den Verlusten noch zweimal erlebt haben und gerade noch mal erleben zu dürfen. Keines meiner Kinder sehe ich als Selbstverständlichkeit und eines Tages werden wir ihnen auch von denen erzählen die auch zu unserer Familie gehören, jedoch leider nicht bei uns sein können.....

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